post Kategorie: Sportpolitik post Kommentar (1) post7. Januar 2010

Pius Segmüller von der schweizerischen CVP (Christliche Volkspartei) wettert laut „Blick“ gegen neue TV-Spots einer Stop-Aids-Kampagne. Sein Name scheint ihn zu verpflichten: Pius – dem Frommen – frommt die Sekundeneinstellung einer Sexszene nicht. Dabei geht es doch genau darum: Zum Beispiel lernen sich am Strand ein Frisbee spielender junger Mann und eine Frau kennen. Erst fällt er quasi über sie und anschließend beide übereinander her.

Jedenfalls gefällt mir genau an diesem Beispiel die Frisbeescheibe sehr gut, die für einerseits für Spaß und das Genießen des Lebens steht, andererseits für eine Mentalität der geistigen Offenheit und Spontaneität. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Frisbeespieler grundsätzlich schneller einem Quickie zugetan wäre als das andere Sommerfrischler, Freizeit- oder Leistungssportler wären.

Zudem gefällt mir auch die Länge des Spots, der in fünf Sekunden alles auf den Punkt bringt: Bekanntschaft – Geschlechtsverkehr – Rückfrage. Das steht für ein stimmiges Konzept, in dem die Schlussfrage sowohl die Darsteller im Kurzfilm als auch die Zuschauer betrifft: „Gings zu schnell…?“ Auch die begriffliche Nähe zwischen dem „Gummi“ genannten Präservativ und dem „Plastik“ genannten Freuizeit- und Sportgerät passt in meinen Augen gut.

Am besten finde ich aber die vielen Worte, die zuerst dr Luzerner Nationalrat, danach mehrere Zeitungen (sogar in Österreich) und nun auch mich zu vielen Worten verleitet (und sei es nur, um das gelungene Video zu zeigen). Damit hat die Kampagne schon jetzt mehr erreicht, als sie erwarten durfte. Immerhin verweist sie am Ende auch sehr ernsthaft auf den Love-Life-Check-Link hin, von dem aus zur Hauptseite der Kampagne verwiesen wird. Wer sich in der Schweiz für den Teamsport Ultimate Frisbee interessiert, möge sich an die Swiss Ultimate Association wenden.

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentare (0) post5. Januar 2010

Im Leitartikel der FAZ vom ersten Samstag des Jahres hat Jörg Hahn gefragt, ob es ein Misstrauen gegen den Leistungssport gibt. Mit Sicherheit gibt es das, mehr oder weniger ausgeprägt, aufgrund von Doping, Lügen und Manipulationen. Er thematisiert die „ethische und moralische Krise des Sports“ am Beispiel des vergangenen Jahres.

FAZ, 02.01.10, Leitartikel: Der überfrachtete Sport

Zu bemängeln gibt es einiges: von gedopten Olympioniken und Fußball-Wettskandal über Absprachen bei Handball oder Formel 1 bis hin zur unrühmlichen Qualifikation Frankreichs zur diesjährigen Fußball-WM. Über die Randbemerkung, dass von Papst Benedikt XVI. eine umfangreiche Erklärung zum Sport erwartet werde, kommt der Autor zur Feststellung: „Sport ohne Fair Play ist überflüssig.“ Im Folgenden geht er auf die Überforderung des Sportapparates ein, das Doping effektiv zu bekämpfen oder der weiter zunehmenden Kommerzialisierung des Sports zu trotzen.

Aber ist Sport ohne Fair Play wirklich überflüssig? Ist es dadurch nicht eher ein ganz anderer Sport? Jörg Hahn spricht vom Phänomen, dass sich junge Leute von Olympia abwendeten, weil sie der Überzeugung sind, dass das Streben nach Medaillen ihren Sport kaputt mache. Diese Einstellung ist mir auch aus dem Deutschen Frisbeesport-Verband bekannt, den ich als Geschäfts-führer vertrete. Einige, durchaus leistungsorientierte Spieler möchten erst gar nicht olympisch werden. Dabei würde sich die Disziplin Ultimate Frisbee von seinem Ansatz her als wahrhaft olympische Disziplin eignen. Dem Sportsgeist des Fair Play ist Paragraf 1 des umfangreichen Regelwerks von Ultimate Frisbee zum Thema „Spirit of the game“ gewidmet. Demnach haben die Freude am Spiel und der Respekt vor dem Gegenspieler anstelle eines unbedingten Siegeswillen zu stehen.

Manifestiert wird diese Eigenart des Teamsports Ultimate durch die Selbstregulierung des Spiels durch die Spieler. Schiedsrichter sind nicht vorgesehen, selbst in den USA, als Mutterland des Frsibeesports nach wie vor das Maß der Dinge, sind allenfalls so genannte „Observer“ am Spielfeldrand zu sehen, die dem Zuschauer helfen, eine Fangszene als „in“ oder „out“ zu interpretieren oder etwaige Streithähne daran zu erinnern, dass sie selbst gefordert sind, nach einer Spielunterbrechung rasch zu einer einvernehmlichen Einigung und Fortführung des Spiels zu gelangen.

Unabhängig von dieser unbestreitbar reizvollen Variante des eigenverantwortlichen Handelns sogar unter Adrenalin, feiert der traditionelle Publikumssport dennoch weiterhin seine kommerziellen Erfolge – auch wenn die Spitzenathleten ihre Selbsteinschätzung von Resultaten abhängig machen, auch wenn das Internationale Olympische Komitee IOC eine ohnmächtige Organisation bleibt, unfähig ihre eigenen hehren Werte durchzusetzen. Der Erfolg neuer Bündnisse zwischen IOC und Human Rights Watch oder Amnesty International hinsichtlich der Durchführung Olympischer Spiele bleibt abzuwarten.

Denn, so die Conclusio des Leitartiklers: Die Lust an der Show ist stärker als jeder Zweifel. Es ist richtig, wenn die Fußball-WM Südafrika wirtschaftlich, sozial und politisch voranbringen soll, dann wird der Sport damit hoffnungslos überfrachtet. Ich setze dagegen auf den bewussten, den eigenen Grenzen angemessenen Sportbetrieb, der die Eigenverantwortung stärkt und im Spielerischen das Zusammenleben erprobt, wie es in allen alltäglichen Situationen funktionieren muss: Einander zuhören, aufeinander zugehen und einen Kompromiss im Sinne des Weiterspielens schließen. Check. Disc in. Play on. Play Ultimate.

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentare (0) post1. Januar 2010

Der Momente in der Geschichte des Frisbeesports zweiter Teil dreht sich um die Verbreitung und Entwicklung hauptsächlich der World Games-Disziplin Ultimate in Deutschland anlässlich der Produktion zweier Wanderpokale für die Deutschen Meister im Open und im Mixed-Ultimate (vgl. „Meisterschaftspokale sind eingetroffen„). Natürlich nur ein kurzer, ungenauer Abriss, dennoch für viele eventuell eine Ergänzung ihres bisherigen Wissens.

Jörg Benner freut sich über die beiden neuen Ultimate-Meisterschaftspokale

Du bist genau einen Klick vom neuen auf Youtube hochgeladenen Video entfernt. Viel Spaß!

 

Mittlerweile sind die neu gefertigten Meisterschaftspokale Vertretern der amtierenden Deutschen Meister am Rande der Jahrshauptversammlung des Deutschen Frisbeesport-Verbandes e.V. übergeben worden, Philipp Haas für Sugarmix Stuttgart (l.) und Bernahrd Otto für die Feldrenner Mainz.

Übergabe der DFV-Pokale an Vertreter der amtierenden Meister im Mixed-Ultimate, Philipp Haas für Sugarmix Stuttgart, und im Open-Ultimate, Bernhard Otto für die Feldrenner Mainz

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentare (0) post17. Dezember 2009

Der ehemalige Schweizer Bundesrat und Bundespräsident Adolf Ogi plädiert in der NZZ für den Sport als „unabdingbaren Bestandteil eines geforderten neuen Denkens“. Als ehemaliger Sonderberater der Uno für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden steigt er mit dem Bild Fußball spielender Kinder im zerstörten Kabul ein: „Das ist der Sport, den ich meine: Es ist der Sport als Spiel, als Spass, als Freude. Es ist der Sport als Feld der Erziehung, der Lebenserfahrung, der Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Es ist der Sport als Feld der Gleichberechtigung, des friedlichen Wettbewerbs, des Respekts und der Disziplin. (…) Es ist der Sport als Mittel zum Frieden.“

NZZ, 17.12.2009, Titel: Der Sport als Triebkraft für eine bessere Zukunft

Bei allem Idealismus und aller herauslesbarer Euphorie ist sich Adolf Ogi jedoch sehr wohl bewusst, dass aktuelle Debatten die Freude am Sport trüben könnten. „Auch der Sport ist nicht vollkommen“, räumt er ein. Anstelle von Doping- und Wettskandalen nennt er „die Jagd nach Ruhm und Geld“, den „vergifteten Kampf nach Medaillen“ oder einen „Krieg der Fans“. All das ist nicht der Sport, den der Autor meint. Für ihn ist er Bestandteil eines neuen Denkens, das gemäß einem Zitat von Albert Einstein nötig ist, um Probleme zu lösen, die aus dem bisherigen Denken entstanden sind.

Viele Länder und Regierungen setzten ihn bereits ein, um Gemeinschaftssinn zu bilden und an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Der vom früheren Uno-Generalsekretär Kofi Annan entwickelte „Global Compact“-Vertrag, eine Selbstverpflichtung von Unternehmen, sich nach zehn universellen Prinzipien zu richten, stimme mit seiner Auffassung des Sportes überein. Große Betriebe müssten für die Einhaltung dieser Regeln einen „Compliance Officer“ einstellen, im Sport sorge der Schiedsrichter für die Durchsetzung der Regeln. Wie ließe sich aber eine noch bessere Zukunft anstreben?

Zum Beispiel, indem der Schiedsrichter unnötig würde? Wenn die Selbstverpflichtung bei jedem Einzelnen griffe und das „Spiel“ (im Geschäftsleben wie im Sport) nur so überhaupt richtig laufen könnte? Was – gibt es nicht? Wie wäre es dann mit „Ultimate„, seit 2001 Medaillendisziplin bei den World Games unter der Schirmherrschaft des IOC, über dessen Ablaufmodus sich bei den World Games 2005 in Duisburg selbst gestandene Leistungssportreferenten des damaligen DSB (heute DOSB) verwundert zeigten. Die einzige eigenverantwortliche Teamsportart der Welt funktioniert übrigens auch im Schulbereich und zum Einsatz in Krisengebieten sehr gut. Das nenne ich neues Denken.

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentare (0) post2. Dezember 2009

Pünktlich zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Frisbeesport-Verbandes am kommenden Samstag in Frankfurt am Main wurden die beiden neuen Meisterschaftspokale für die Deutschen meister im Open- und im Mixed-Ultimate fertiggestellt. Es trifft sich gut, dass Vertreter der diesjährigen Meister in beiden Divisionen vor Ort im Club Voltaire sein werden, um die Trophäen gebührend in Empfang zu nehmen.

Die neuen Meisterschaftspokale des DFV für Open und für Mixed-Ultimate

Zuvor ließ ich es mir als DFV-Geschäftsführer jedoch nicht nehmen, beide Trophäen für einmal in Händen zu halten, als hätte ich die sportlichen Ambitionen, noch einmal ins Wettkampfgeschehen einzugreifen…

DFV-GF Jörg Benner mit den von ihm beauftragten neuen Ultimate-Meisterpokalen

Obwohl, falls es im kommenden Jahr die erste Masters Ultimate-DM (Ü32) geben sollte – warum nicht noch mal wieder ein bisschen  mitzocken? Und immerhin konnte ich mich als Deutscher Meister in der Open-Division mit Frühsport Köln 2004 einmal in die Annalen der Frisbeesportgeschichte einschreiben. Bescheidenheit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr! – Aber sie sind doch auch schön geworden, oder nicht?

Der neue DFV-Meisterpokal für die Mixed Ultimate-Division

Original „Frisbie Pies“ aus der ehemaligen gleichnamigen Bäckerei an der Ostküste der USA, die phonetisch dem heute unter „Frisbee“ bekannten Spiel- und Sportgerät seinen Namen lieh, versenkt in massiven Holzsockeln, an denen gravierte Metallschilder angebracht sind. Obenauf gut lesbar die Funktion der Trophäe, seitlich am Sockel die Liste der bisherigen Titelträger. Im Mixed Ultimate sind es nach sieben Meisterschaften bislang vier verschiedene Teams, im Open Ultimate dagegen nach 29 Meisterschaften erst acht verschiedene Mannschaften!

Der neue DFV-Meisterpokal für die Open Ultimate-Division

Natürlich lasse ich mir die Gelegenheit nicht entgehen, um anlässlich der neuen Schmuckstücke eine weitere Folge der unregelmäßigen, wenig professionellen Videoserie „Fristory – Moments in the History of Frisbee“ anzufertigen. Und das alles noch während der Vorbereitung zur JHV, wobei am Freitag voraussichtlich noch ein weiteres Treffen in Düsseldorf ansteht mit den Interessenvertretern der Nicht-Olympischen Disziplinen-Verbände (NOV). Aber: von nichts kommt eben nichts. Und wer weiß, wann die guten Stücke mal wieder in Köln sein werden – außer zu Zwecken der Nachgravur…? 😉

Happy JB with two Frisbie Pies

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentar (1) post22. November 2009

Zwei Schiffe begegnen sich auf dem Rhein bei Köln-Poll.

Modul drei der neuen Vereinsmanager-Ausbildung des Landessportbund Nordrhein-Westfalen und des Stadtsportbundes Köln. „Grundlagen der Vereinsführung“ standen auf dem Lehrplan des Wochenendseminars, das in sehr schöner Atmosphäre am Rheinufer bei der Rettungs- und Schulungsstation der DLRG in Köln-Poll abgehalten wurde. (weiterlesen…)

post Kategorie: Allgemein post Kommentare (0) post20. November 2009

Glückwunschschreiben der Marketing für Deutschland GmbH mit Handbuch zur Veranstaltungsplanung. – Was eine Freude! Der Deutsche Frisbeesport-Verband nimmt an Deutschlands größter Veranstaltungsreihe „365 Orte im Land der Ideen“ teil! Die entsprechende Benachrichtigung der zuständigen Marketing für Deutschland GmbH hat mich heute in der DFV-Geschäftsstelle in Köln erreicht. (weiterlesen…)

post Kategorie: Sportpolitik post Kommentar (1) post15. November 2009

Norwegischer Frisbeeverband schließt sich an neuen Verband amerikanischer Sportarten an. Die Sportarten American Football, Cheerleading, Frisbee und Lacrosse haben sich bei der Grüdnungsversammlung am 8. November zu einem gemeinsamen Sportverband zusammengeschlossen. Neu gegründet wurde der NAIF (Norges Amerikanske Idretters Forbund) auf der Grundlage des bisherigen NOAFF (Norges Amerikansk Fotball og Cheerleading forbund). Darin waren bisher bereits der Football- und der Cheerleadingsport vereint. Das teilt football-aktuell.de mit.

Schlagzeile und Logo zu NAIF auf www.frisbee.no

Meldungen auf den Homepages des bisherigen NOAFF und des bisherigen Norges Frisbeeforbund bestätigen den Sachverhalt. Laut football-aktuell.de nimmt der neue Verband mit mehr als 4000 Sportlern in 80 Vereinen am 1. Januar 2010 offiziell seine Arbeit auf. Dem Vorstand gehört neben Christian Bergan als zukünftiger Präsident und seinen beiden Stellvertretern auch je ein Vertreter der Sportarten Cheerleading, Lacrosse und Frisbee an. Einer der beiden Stellvertreter ist der bisherige Präsident des NFF, Sturla Hallås vom Hamar Frisbee Club, der Abteilungsvorstand Frisbee der bisherige Vizepräsident Frodedes NFF -Andre Alvad vom Team „Pancake“.

Logo des bisherigen Norges Frisbee-Forbund

football-aktuell.de wertet die Fusion als „Schrittmacher in der europäischen Sportbewegung“. Demnach werde es „in vielen nationalen Sportdachverbänden begrüßt, wenn sich kleinere Sportgruppierungen zu größeren Organisationseinheiten verbinden, beziehungsweise kleine Sportarten bei einem größeren Fachverband unterschlüpfen“. Die Vorteile werden in der Bündelung von Verwaltungseinheiten gesehen sowie darin, die Interessen des Sportes damit effizienter und kostengünstiger durchzusetzen.

In Deutschen Frisbeesport-Verband sind alleine rund 80 Vereine mit allerdings bisher nur rund 1.500 Mitgliedern vereint. Der Verband vertritt die Interessen der Flugscheiben-Sportarten Ultimate, Disc Golf und Freestyle Frisbee und plant bei der Jahreshauptversammlung am 5. Dezember Satzungsänderungen, unter anderem um ebenfalls Vertreter der einzelnen Frisbeesportarten in den Vorstand zu bestellen.

post Kategorie: Allgemein post Kommentare (0) post4. November 2009

Nachdem der Chefredakteur der Bild-Zeitung Kai Diekmann in seinem neuen Blog Gespräche mit sich selber führt – und dieser Umstand doch für einiges Aufsehen gesorgt hat – dachte ich mir: „Hey! Was solls? – Das machst Du jetzt auch!“ (weiterlesen…)

post Kategorie: Allgemein post Kommentare (2) post28. Oktober 2009

Topp-Beteiligung an der Frisbeesport-Abteilungssitzung des ASV Köln. Gut drei Dutzend Mitglieder haben der Versammlung beigewohnt, die die Frisbeesportabteilung des Kölner Traditionsvereins im Hinterzimmer des „Stadtwaldgarten“ durchgeführt hat. (weiterlesen…)

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