post post Kommentare (6) post30. März 2012

Lateral heißt durch Über­zeugen fachlich führen

Theoretische und praktische Übungen, die das Prinzip der Selbstregulierung aus dem Teamsport Ultimate auf die Ebene beruflicher Zusammenarbeit übertragen.

Laterale Führung (lateral: lateinisch für seitlich) steht für ein vergleichsweise junges Konzept im Projektmanagement, das allgemein umschrieben wird mit „Führen ohne Weisungsbefugnis“. Es steht im Gegensatz zum autoritativen Führungsstil, der nach strengen Hierarchien und Weisungsebenen vorgeht.

Das Regelwerk des Teamsports Ultimate, der ohne externen Schiedsrichter funktioniert, beschreibt einen „Ehrenkodex“, der es den Sportlern ermöglicht, gemäß bestimmter Umgangsformen fair miteinander umzugehen und bei strittigen Situationen für Schlichtung und eine Fortführung der Handlungsfähigkeit zu sorgen, und zwar so „als habe es die Regelverletzung nicht gegeben“.

Meinungsautausch ohne Obrigkeits-Instanz

Was im Ultimate-Sport von der lokalen bis zur internationalen Ebene ohne externen Schiedsrichter funktioniert, wird als Beispiel dafür herangezogen, wie im harten Alltag des Projektmanagements das Geltungsbedürfnis jedes einzelnen Beteiligten berücksichtigt werden kann, ohne dass dabei jemand sein Gesicht verliert.

Die Einflussnahme geschieht nachvollziehbar und auf der Basis wechselseitigen Respekts auf Augenhöhe, ohne dass Hierarchien gewohnte Führungskräfte sich durch Tricks manipuliert fühlen müssten. Es bestehen möglicherweise unterschiedliche Meinungen, die auch nebeneinander stehen bleiben können. Dennoch gilt es miteinander auszukommen, gute und bessere Argumente auszutauschen, um Verständnis für die eigene Position zu werben – aber vor allem darum, die weitere Handlungsfähigkeit herzustellen.

Im Sinne einer lateralen Führung stellt Ultimate somit ein lebendiges Beispiel einer gelungenen Vermittlung zwischen zwei Positionen dar, die anschließend die Fortführung einer Tätigkeit erlaubt. Analogien aus dem Sport für das Management werden gerne bemüht. Doch selten passt meiner Ansicht nach eine sportliche Verhaltensweise, die sich dem Fair Play verschreibt, besser, um Brücken zu bauen und für gegenseitige Akzeptanz zu sorgen.

Im Management ist heute Team­geist gefragt

Hintergrund: Viele Projektleiter (insbesondere von extern hinzugezogen) verfügen über eine fachliche, aber keine disziplinarische Autorität. Die wesentliche Aufgabe besteht dann darin, die Mitar­beiter aus verschiedenen Machtstrukturen zu einem Team mit einer gemeinsamen Aufgabe und einem Ziel zu formen. Anwendung findet das Konzept auch aufgrund des steten Wandels im Management, der zur wechselnden Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Menschen führt.

Weitere typische Einsatzgebiete des Prinzips der lateralen Führung sind die Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern (zwischen Redaktionen und Journalisten oder zwischen Lektoren und Autoren), bei der Führung mächtiger Lieferanten oder von Ehrenamtlern. Anstelle von einem Führungsstil „von oben herab“ durch das Erteilen von Befehlen, Anordnungen oder im besten Fall „Weisungen“, sind bei der lateralen Führung Motivation und Teamgeist gefragt. Die kommunikativen Anforderungen an den Teammanager heißen Überzeugen und Begeistern.

Bei Interesse an Details und der Durchführung bitte mailen an jb@reizwort.de.

Hurra..es gibt bislang 6 Kommentare ;)

#1

[…] in der Weise, wie ich den Sport mit Eigenheiten der Lateralen Führung in Verbindung bringe, erscheint mir Ultimate als bestens geeignete sportliche Übung zur […]

#2

[…] die Eigenverantwortung dennoch sehr hoch gehalten wird.  Ich ziehe den Sport gerne als ein gutes Beispiel für laterale Führung heran. Klare Rollenverteilung und flache Hierarchien sollten uns nicht daran hindern, uns auf […]

#3

[…] Juli hatte ich die Gelegenheit an der Sporthochschule Köln mein Seminar zu Lateraler Führung am Beispiel von Ultimate Frisbee erstmals in einem Testlauf durchzuführen. Diese Chance hat mir Marco Grawunder von der […]

#4

[…] verstanden werden soll. Das Video ist unten zu sehen sowie auf der Hintergrund-Seite zum Lateralem Führungs-Seminar und auf […]

#5

[…] als eine Vorlage für die Überprüfung und Tragweite eines „Corporate Spirit“ dienen. Ich biete solche Kurse übrigens an, bei Interesse bitte mailen an jb@reizwort.de. Beitrag auf Twitter « […]

#6

[…] Die neue Studie „Kommunikation in Projekten“ der Münchner Beratungsgesellschaft Cetacea hat ergeben, dass eine mangelhafte Kommunikation der häufigste Grund für das Scheitern von Projekten ist (Reizwort berichtete). Doch wie lässt sich Kommunikation in Abteilungen gleichermaßen wie in Projektgruppen steuern? Das Sich-Begegnen auf Augenhöhe ist ein Ansatz, den Jörg Benner von Reizwort in Seminaren verfolgt unter dem Titel: „Laterale Führung am Beispiel von Ultimate Frisbee“. […]

Auskommen auf Augenhöhe | Reizwort geschrieben am 17. März 2013 - 14:53
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